Inmitten steigender politischer Spannungen im Nahen Osten rücken die Glasfaserkabel, die durch die Straße von Hormus verlaufen, in den Fokus der Aufmerksamkeit. Der Iran strebt an, Gebühren für diese Kabel zu erheben und die Verantwortung für deren Wartung zu übernehmen. Doch wie stark beeinflussen diese Kabel das globale Netzwerk wirklich und welche Herausforderungen stehen bevor?
Der begrenzte Einfluss der Hormus-Kabel
Trotz des großen Interesses an den Glasfaserkabeln in der Straße von Hormus tragen sie laut dem Telekommunikationsforschungsunternehmen TeleGeography weniger als 1 % der weltweiten Bandbreite. Diese Kabel sind Teil eines globalen Netzwerks, das darauf ausgelegt ist, mit routinemäßigen Ausfällen umzugehen. Die eigentliche Schwäche liegt jedoch im Wartungssystem, das auf eine kleine und veraltete Flotte spezialisierter Schiffe angewiesen ist.
Schwächen der globalen Wartungsflotte
Mit steigenden Investitionen in den Bau neuer Kabel ist die jährliche Investition in diesem Bereich auf 4 bis 5 Milliarden Dollar gestiegen, fast doppelt so viel wie vor zehn Jahren. Doch wie Mike Constable von der SMART Cables Initiative anmerkt, bleibt die Investition in die Wartungsflotte der Kabel stark begrenzt, was dem Kauf eines Luxusautos ohne Versicherung gleichkommt.
Die derzeitige Flotte, die etwa 60 spezialisierte Schiffe umfasst, von denen weniger als 20 für die Wartung vorgesehen sind, steht unter großem Druck, da jährlich etwa 150 bis 200 Kabelausfälle auftreten. Da die meisten dieser Ausfälle durch Unfälle mit Fischereiausrüstung und Schiffsankern verursacht werden, sind die Wartungsgebiete nicht immer die, die in geopolitischen Schlagzeilen stehen.
Geopolitische Risiken und Kabel
Neben natürlichen Bedrohungen sind Unterseekabel auch geopolitischen Risiken ausgesetzt, insbesondere in Konfliktgebieten. Im Roten Meer kam es zu einem Vorfall, bei dem eine Handelsschiff von Huthi-Milizen angegriffen wurde, was zur Zerstörung mehrerer Kabel und zu monatelangen Wartungsverzögerungen führte.
Obwohl Anstrengungen unternommen werden, die Kabel in flachen Gewässern zu vergraben, um zusätzlichen Schutz zu bieten, reicht dies nicht aus. Schiffe können die Kabel durch das Ziehen ihrer Anker beschädigen. In der Straße von Hormus liegen die Kabel sehr dicht beieinander, was sie anfällig für absichtliche Störungen macht, die mehrere Länder in der Region betreffen könnten.
Regulatorische Hürden und Meeresumwelt
Die Wartung der Kabel steht vor regulatorischen Hürden, die mit der Erlangung von Genehmigungen für den Eintritt in Hoheitsgewässer verbunden sind, was viel Zeit in Anspruch nehmen kann. Auch die Meeresumwelt selbst stellt eine Herausforderung dar, da die Kabel in Gebieten wie dem Südchinesischen Meer durch Unterwasser-Schlammlawinen beschädigt werden können.
Fazit
Während die Investitionen in die Erweiterung des globalen Kabelnetzwerks fortgesetzt werden, bleibt die größte Herausforderung die Sicherung und Wartung dieses Netzwerks angesichts natürlicher und geopolitischer Bedrohungen. Das globale Glasfasersystem bleibt lebenswichtig, aber fragil und erfordert mehr Aufmerksamkeit im Bereich der Wartung, um diese enorme Investition vor zunehmenden Risiken zu schützen.