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Hubble hat noch nicht ausgedient – doch seine Zeit im All läuft ab.

Einfach erklärt

Das Weltraumteleskop Hubble funktioniert noch gut. Doch die dünne Luft rund um die Erde bremst es langsam ab, sodass es immer tiefer sinkt. Die NASA prüft, ob eine Mission Hubble länger im All halten könnte. Falls das nicht sicher und sinnvoll machbar ist, soll das Teleskop kontrolliert außer Dienst gehen.

Ein Teleskop, das noch arbeitet – aber langsam sinkt

Hubble beobachtet das Universum seit mehr als drei Jahrzehnten. Nun steht eine ganz praktische Frage im Raum: Kann das Teleskop im All bleiben – und wenn ja, wie? Am 29. Oktober veröffentlichte die NASA eine Aufforderung, Informationen zu Möglichkeiten der Wartung im Weltraum einzureichen. Damit will die Behörde Ideen sammeln, die Hubbles Umlaufbahn anheben oder seine Fähigkeiten auf andere Weise verbessern könnten. Zugleich prüft sie auch, wie sich die Mission sicher beenden ließe.

Die derzeitigen Sorgen haben nichts damit zu tun, dass Hubble nicht mehr beobachten könnte oder ein bekanntes Gerät defekt wäre. Nach den veröffentlichten Angaben der NASA arbeitet das Teleskop weiterhin gut. Das Problem ist seine Position: Die dünne Erdatmosphäre bremst Hubble allmählich und lässt es auf eine niedrigere Umlaufbahn absinken. Die Luft ist in dieser Höhe äußerst dünn, doch ihre Wirkung summiert sich über die Zeit. Dadurch verliert das Teleskop an Höhe – und ohne Gegenmaßnahmen wird sein Wiedereintritt in die Atmosphäre absehbar.

Nach Schätzungen der NASA könnte Hubble 2033 oder 2034 in die Erdatmosphäre eintreten. Eine Maßnahme zur Verlängerung seiner Lebensdauer müsste deshalb im Jahr 2032 stattfinden, erklärte die Behörde. Viel Zeit für Planung und Umsetzung bleibt damit nicht. Eine solche Mission müsste frühzeitig vorbereitet werden, und es müsste ein Raumfahrzeug verfügbar sein, das Hubble erreichen und im Orbit mit ihm arbeiten kann.

Die Informationsanfrage vom 29. Oktober ist weder die Ankündigung einer startbereiten Mission noch eine bereits getroffene Entscheidung zur Rettung des Teleskops. Die NASA möchte zunächst herausfinden, was Fachleute und Unternehmen im Bereich der Wartung im All anbieten könnten, und umsetzbare Möglichkeiten zusammentragen. Eine denkbare Option wäre, Hubbles Umlaufbahn anzuheben. Die Anfrage lässt außerdem Vorschläge für Arbeiten zu, die seine Fähigkeiten in irgendeiner Form erweitern könnten. Konkrete Angaben zum Entwurf eines Raumfahrzeugs oder zum Ablauf einer Mission hat die NASA in den bisher verfügbaren Informationen nicht gemacht.

Ein wissenschaftliches Erbe, das sich nicht schnell ersetzen lässt

Hubble startete im April 1990 im Rahmen einer Zusammenarbeit zwischen der NASA und der Europäischen Weltraumorganisation. Seither ist es zu einem der wichtigsten Observatorien für die Erforschung des Universums geworden. Seine Daten flossen in Studien zu Planeten, Sternen, Galaxien und vielen weiteren Himmelskörpern und kosmischen Phänomenen ein. Zu den bedeutendsten Beiträgen des Teleskops gehört, dass seine Beobachtungen halfen zu zeigen, dass sich die Ausdehnung des Universums beschleunigt – ein Ergebnis, für das später ein Nobelpreis vergeben wurde.

Hubbles Bedeutung lässt sich nicht auf eine einzelne Entdeckung oder ein berühmtes Bild reduzieren. Nach Angaben der NASA haben Beobachtungen des Teleskops zu mindestens 23.000 wissenschaftlichen Arbeiten beigetragen. Zugleich ist die Nachfrage nach seiner Beobachtungszeit weit größer als das Angebot: Astronominnen und Astronomen beantragen laut NASA pro Jahr etwa siebenmal so viele Beobachtungsstunden, wie tatsächlich zur Verfügung stehen. Diese Lücke macht deutlich, dass es bei Hubbles Fortbestand nicht nur um die Zuneigung zu einem altgedienten Teleskop geht. Die Forschenden möchten ein Instrument weiter nutzen, dessen verfügbare Zeit schon heute bei Weitem nicht ausreicht.

Hubble arbeitet mitunter mit anderen Observatorien zusammen, die ihre Beobachtungen aufeinander abstimmen. Ein längerer Einsatz könnte Forschenden daher ermöglichen, weiterhin mit Hubbles Daten zu arbeiten und seine Beobachtungen mit denen anderer Instrumente zu vergleichen. Sein wissenschaftlicher Wert allein entscheidet jedoch nicht über die Zukunft. Eine mögliche Mission müsste sicher und durchführbar sein; außerdem müsste ihr Nutzen die Kosten und Risiken rechtfertigen.

Auch in der Öffentlichkeit ist das Weltraumteleskop sehr präsent. Seine Bilder – darunter die oft gezeigten Aufnahmen der Säulen der Schöpfung im Adlernebel – haben Millionen Menschen weit entfernte Regionen des Universums nähergebracht. Diese Bekanntheit ist ein weiterer Grund, sich mit Hubbles Zukunft zu befassen. Sie ändert jedoch nichts an den technischen Herausforderungen: Das Teleskop ist seit Jahrzehnten im Orbit, und jede Annäherung oder Änderung seiner Flugbahn muss sorgfältig geplant werden.

Von einem früheren Vorschlag zur erneuten Prüfung

Die Idee, Hubble im All zu warten, ist nicht neu. 2022 schlug der Tech-Unternehmer Jared Isaacman vor, Ausrüstung von SpaceX für eine Wartungsmission zum Teleskop einzusetzen. Die NASA stimmte damals nicht zu. Sie äußerte Bedenken, dass ein Andockmanöver oder andere Eingriffe das damals einwandfrei funktionierende Observatorium unnötigen Gefahren aussetzen könnten.

Seitdem hat Isaacman eine andere Rolle: Im Dezember 2025 wurde er NASA-Administrator. In einer Erklärung der Behörde vom 30. Oktober sprach er sich dafür aus, jede vernünftige Möglichkeit zu prüfen, Hubble so lange wie möglich produktiv zu halten. Dabei müsse auch berücksichtigt werden, ob eine Verlängerung der Mission weniger koste als der Start einer Ersatzmission. In einem Beitrag am selben Tag erklärte er, die Prüfung der Optionen lohne sich weiterhin. Außerdem verwies er darauf, dass die NASA bereits früher eine günstigere Lösung erwogen habe, um das Teleskop im Orbit zu halten.

Isaacman hat bereits Erfahrung mit bemannten Raumflügen an Bord von SpaceX-Raumfahrzeugen. Er kaufte zwei Flüge in die Erdumlaufbahn und leitete sie, im September 2021 und im September 2024. Daraus folgt jedoch nicht, dass nun schon ein fertiger Plan für eine Wartung Hubbles vorliegt oder der frühere Vorschlag unverändert wieder aufgenommen wurde. Die NASA bewertet die Möglichkeiten derzeit neu und bittet um Informationen zu Wartungsdiensten im All. Das ist keine Bestätigung, dass ein Raumfahrzeug, eine Besatzung oder ein Budget bereits genehmigt wäre.

Die Rettung ist nicht die einzige Möglichkeit

Neben einer Wartung oder einer Anhebung der Umlaufbahn nennt die NASA in ihrer Anfrage eine andere Möglichkeit: eine sichere, kontrollierte Rückkehr in die Erdatmosphäre zu planen oder das Teleskop am Ende seiner Mission in eine geeignete Umlaufbahn zu bringen. Dass diese Option ausdrücklich berücksichtigt wird, zeigt: Es geht nicht darum, Hubble um jeden Preis zu retten. Die Behörde will eine Verlängerung der Mission mit einem verantwortungsvollen Ende vergleichen, falls ein Eingriff praktisch oder wirtschaftlich nicht sinnvoll wäre.

Der Unterschied zwischen einem erwarteten Wiedereintritt infolge des allmählichen Absinkens und einer geplanten Rückkehr besteht darin, dass sich das Ende der Mission im zweiten Fall gezielt steuern ließe, statt Hubbles Entwicklung allein seinem Absinken im Orbit zu überlassen. Die verfügbaren Informationen enthalten allerdings keine Angaben dazu, wie eines dieser Szenarien umgesetzt werden könnte oder in welchem Maß sich Hubbles Flugbahn kontrollieren ließe. Es handelt sich also um Möglichkeiten, die die NASA untersuchen möchte, nicht um endgültige Pläne mit feststehenden Ergebnissen.

Bevor aus der Idee einer Wartung ein konkretes Vorhaben werden kann, müssen grundlegende Fragen beantwortet werden: Welches Raumfahrzeug könnte Hubble erreichen? Welche Art von Eingriff wäre möglich? Wie ließen sich die Risiken für ein Teleskop begrenzen, das noch funktioniert? Und wie wären die Kosten im Vergleich zu anderen Optionen? Die bisher veröffentlichten Informationen geben darauf keine ausführlichen Antworten. Mit ihrer Anfrage kann die NASA jedoch ausloten, welche Vorschläge Anbieter und Fachleute aus diesem Bereich machen könnten.

Besonders wichtig ist der Zeitplan. Wenn Hubble voraussichtlich 2033 oder 2034 in die Erdatmosphäre eintritt, ist 2032 der von der NASA genannte Zeitpunkt für einen möglichen Wartungseinsatz. Die Optionen müssten daher rechtzeitig vorher geprüft werden, damit die Behörde eine Mission genehmigen, ausarbeiten und vorbereiten kann. Eine verspätete Entscheidung könnte den Handlungsspielraum einschränken – selbst dann, wenn sich auf dem Papier eine vielversprechende Idee abzeichnet.

Was entscheidet über Hubbles Zukunft?

Die NASA muss Nutzen, Risiko und Kosten gegeneinander abwägen. Ein längerer Betrieb könnte ein Observatorium mit einer langen wissenschaftlichen Geschichte erhalten und ein Instrument weiter verfügbar machen, nach dem weiterhin große Nachfrage besteht. Doch ein altes Raumfahrzeug im Orbit zu warten, ist kein einfacher Eingriff. Zudem hatte die NASA einen früheren Vorschlag aus Sorge um die Sicherheit des Teleskops abgelehnt. Der Wunsch, Hubble zu retten, reicht also nicht aus: Eine Mission müsste durchführbar sein, ohne den verbleibenden Betrieb des Teleskops einem noch größeren Risiko auszusetzen.

Auch der Kostenvergleich bedeutet nicht automatisch, dass eine neue Mission die naheliegende Lösung wäre oder eine Verlängerung von Hubbles Einsatz auf jeden Fall günstiger käme. Isaacmans Äußerung macht die Kosten zu einer Frage, die geprüft werden sollte. Sie verkündet weder das Ergebnis einer Finanzanalyse noch die Entscheidung, dafür Mittel bereitzustellen. Ebenso wenig benennt die Informationsanfrage eine Organisation, die eine Mission durchführen würde, oder belegt, dass die NASA einen der möglichen Vorschläge auswählen wird.

Fest steht bislang nur, dass die NASA die Zukunft Hubbles erneut aufgreift und Informationen darüber einholt, wie sich mit dem Teleskop im All umgehen ließe. Bis zum voraussichtlichen Eintritt in die Atmosphäre bleiben noch einige Jahre, doch die Behörde hat bisher nicht angekündigt, Hubble auf eine höhere Umlaufbahn zu bringen oder eine neue Wartungsmission durchzuführen. Zwischen dem wissenschaftlichen Erbe seit 1990, der anhaltenden Nachfrage und den Risiken eines Eingriffs hängt die Entscheidung davon ab, was die Prüfung der Möglichkeiten ergibt.

Fazit

Nach den bislang veröffentlichten Informationen ist Hubble nicht wegen eines Defekts außer Betrieb. Vielmehr sinkt es nach und nach ab, weil die dünne Erdatmosphäre es bremst. Die NASA prüft, ob eine Wartung im All die Mission verlängern könnte oder ob ein sicheres Ende besser wäre. Hubbles Bedeutung zeigt sich unter anderem in mehr als 23.000 wissenschaftlichen Arbeiten und einer Nachfrage nach Beobachtungszeit, die etwa siebenmal höher ist als das verfügbare Angebot. Das macht es sinnvoll, eine Verlängerung zu prüfen, garantiert sie aber nicht. Da der Wiedereintritt für 2033 oder 2034 erwartet wird und ein möglicher Wartungseinsatz 2032 stattfinden müsste, entscheiden am Ende Sicherheit, Machbarkeit und Kosten – nicht allein der Wunsch, das Teleskop zu erhalten.