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Fortschritte auf dem Weg zum globalen Quanteninternet

Fortschritte auf dem Weg zum globalen Quanteninternet

In einem neuen Schritt in Richtung eines globalen Quanteninternets ist es Forschern der Universität Chicago gelungen, die Verbindungsdistanzen zwischen Quantencomputern auf ein beispielloses Maß zu verlängern. Dieser Durchbruch eröffnet neue Möglichkeiten im Bereich der Quantenkommunikation, die die Art und Weise der wissenschaftlichen und technologischen Kommunikation in der Zukunft verändern könnten.

Aktuelle Herausforderungen in der Quantenverbindung

Traditionell waren Quantencomputer auf optische Glasfaserkabel angewiesen, um zu kommunizieren, aber diese Technologie war auf eine Reichweite von nur wenigen Kilometern begrenzt. Daher war es unmöglich, dass Quantencomputer, die sich in derselben Stadt befinden, wie die Universität Chicago und der Willis Tower, aufgrund der großen Entfernungen, die die technischen Möglichkeiten überstiegen, kommunizieren konnten.

Die größte Herausforderung besteht darin, die Kohärenz der verschränkten Atome während der Signalübertragung durch diese Glasfaserkabel aufrechtzuerhalten. Je länger die Kohärenz anhält, desto größer kann die Entfernung zwischen den verbundenen Quantencomputern sein.

Der neue Durchbruch in der Quantenkommunikation

Ein Forscherteam unter der Leitung von Assistenzprofessor Tian Zhong von der Universität Chicago hat eine neue Studie veröffentlicht, die die Möglichkeit aufzeigt, die Reichweite der Quantenverbindung auf Entfernungen von bis zu 2000 Kilometern zu erweitern. Dieser Durchbruch gilt als ein bedeutender Schritt im Bereich des Quanteninternets, da ein Quantencomputer in Chicago mit einem anderen an einem weit entfernten Ort wie Salt Lake City in Utah verbunden werden kann.

Das Geheimnis dieses Durchbruchs liegt in der Verlängerung der Kohärenzdauer der verschränkten Atome. In den jüngsten Experimenten gelang es dem Team, die Kohärenzdauer der Atome von 0,1 Millisekunden auf über 10 Millisekunden zu erhöhen, was eine Verbindung über Entfernungen von bis zu 4000 Kilometern unter idealen Bedingungen ermöglicht.

Die verwendeten Techniken zur Erreichung dieses Durchbruchs

Anstatt neue oder exotische Materialien zu verwenden, überdachten die Forscher, wie bestehende Materialien aufgebaut werden. Das Team setzte auf eine neue Technik namens „Molekularstrahlepitaxie“ (MBE), um die seltenen Kristalle zu bauen, die in der Quantenverschränkung verwendet werden, anstelle der traditionellen „Czochralski“-Methode.

Diese moderne Technik ähnelt stark dem 3D-Druck, jedoch auf atomarer Ebene, bei der der Kristall in sehr dünnen Schichten aufgebaut wird, um die gewünschte Struktur zu formen. Dieser Ansatz gewährleistet eine hohe Qualität und Reinheit der Materialien, was die quantenmechanischen Kohärenzeigenschaften der Atome verbessert.

Zukünftige Experimente und praktische Verbindungstests

Der nächste Schritt für das Team besteht darin, diese Technik in einer realen Umgebung zu testen. Die Forscher planen, zwei Qubits in ihrem Labor mit einem 1000 Kilometer langen Glasfaserkabel zu verbinden. Dieses Experiment wird ihnen helfen, die Effektivität des Systems zu überprüfen, bevor es auf größere Entfernungen ausgeweitet wird.

Das ultimative Ziel ist es, ein lokales Quanten-Netzwerk im Labor zu erreichen, das simuliert, wie das Quanteninternet in der Zukunft aussehen könnte. Dieser Durchbruch stellt einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung eines echten Quanteninternets dar.

Fazit

Diese Entwicklung im Bereich der Quantenkommunikation ist ein wichtiger Schritt in Richtung der Vision eines globalen Quanteninternets. Dank technologischer Innovationen in der Materialherstellung und der Verbesserung der Kohärenzeigenschaften ist es nun möglich, über Quanten-Netzwerke nachzudenken, die Computer in verschiedenen geografischen Regionen verbinden können. Diese Fortschritte sind nicht nur wissenschaftliche Errungenschaften, sondern repräsentieren eine neue Zukunft für Kommunikation und Technologie.