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Rückgang der afrikanischen Pinguine: Ursachen und Schutzmaßnahmen

Rückgang der afrikanischen Pinguine: Ursachen und Schutzmaßnahmen

Die Welt erlebt einen erheblichen Rückgang der afrikanischen Pinguinpopulationen, die in den letzten drei Jahrzehnten um etwa 80 % gesunken sind. Forschungen haben gezeigt, dass einer der Hauptgründe für diesen Rückgang der intensive Wettbewerb mit lokalen Fischereien ist, die Sardinen und Anchovis fangen, die Hauptnahrungsquelle dieser Vögel.

Neues Konzept zur Bestimmung von Umweltauswirkungen

Um die Auswirkungen der Fischerei auf die Pinguine besser zu verstehen, führte eine aktuelle Studie das Konzept der „Interferenzintensität“ ein. Dieses Konzept beschränkt sich nicht nur auf die Bestimmung der gemeinsamen Gebiete von Pinguinen und Fischereifahrzeugen, sondern schätzt auch die Anzahl der betroffenen Pinguine. Diese Studie wurde im November in der Zeitschrift für angewandte Ökologie veröffentlicht und zielt darauf ab, ein neues Bewertungsinstrument für Umweltauswirkungen bereitzustellen.

Dr. Jacqueline Glencross vom Scottish Oceans Institute der Universität St. Andrews erklärt: „Wir wollten eine bessere Methode zur Abschätzung der Anzahl der betroffenen Pinguine, wenn Fischereien in ihrer Nähe arbeiten, und nicht nur die Interferenzorte bestimmen.“

Deutlicher Anstieg der Interferenz zwischen Pinguinen und Fischereifahrzeugen

Die Forscher stützten sich in ihrer Studie auf Tracking-Daten von Pinguinen von den Inseln Robben und Dassen. An der Forschung nahmen Wissenschaftler der Universität Exeter und des südafrikanischen Ministeriums für Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt sowie der Organisation BirdLife South Africa teil. Die Analysen zeigten, dass in Jahren mit Fischmangel, wie 2016, etwa 20 % der Pinguine in denselben Gebieten fraßen, in denen die Fischereifahrzeuge tätig waren. Diese Zahl sank auf etwa 4 % in Jahren mit Fischreichtum.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Wettbewerb zwischen Pinguinen und Fischereien zunimmt, wenn die Beute knapp ist, was ein besonderes Risiko während der Brutzeit darstellt, wenn die erwachsenen Tiere schnell und effizient Nahrung für ihre Jungen suchen müssen.

Neues Instrument zum Umweltschutz und Fischereimanagement

Die Messung der Interferenzintensität kann als Instrument zur Abschätzung von Umweltrisiken und zur Unterstützung des Fischereimanagements auf der Grundlage des Ökosystems verwendet werden. Die Ergebnisse unterstützen auch die Entwicklung dynamischer Meeresschutzgebiete, die sich an momentane Veränderungen im Verhalten von Räubern und Beute anpassen können.

Rechtliche Herausforderungen und neue Maßnahmen zum Schutz der Pinguine

Die afrikanischen Pinguine sind in Südafrika Gegenstand eines wichtigen Gerichtsverfahrens geworden, bei dem das Fehlen wirksamer Fischereibeschränkungen in der Nähe von Brutstätten in Frage gestellt wurde. Anfang dieses Jahres einigten sich Umweltorganisationen und Vertreter der Fischereiindustrie mit dem Obersten Gerichtshof darauf, dass die Fischereien um die Pinguinkolonien geschlossen werden müssen. Infolgedessen hat die südafrikanische Regierung um die Insel Robben, eine der Hauptkolonien der Studie, biologisch bedeutende Fischereiverbotszonen eingerichtet.

Dr. Glencross erklärte, dass die Forschung dazu beiträgt, die Bedeutung dieser Maßnahmen zu verdeutlichen: „Diese Forschung zeigt, warum diese geschlossenen Gebiete notwendig sind, da die Pinguine in den ungeschützten Gebieten mit hoher Interferenzintensität stärker gefährdet waren.“

Schlussfolgerung

Diese Studie trägt dazu bei, das Verständnis der Beziehung zwischen afrikanischen Pinguinen und Fischereien zu verbessern, und eröffnet den Weg für nachhaltige Fischereimanagementpolitiken, die auf Ökosystemen basieren. Die Interferenz zwischen Seevögeln und Fischereipraktiken stellt eine ökologische Herausforderung dar, die innovative Lösungen erfordert, um bedrohte Arten zu schützen und die Nachhaltigkeit der Meeresressourcen zu gewährleisten. Mit diesen neuen Instrumenten können fundierte Entscheidungen zum Schutz der Tierwelt und zur Sicherung des ökologischen Gleichgewichts in Meeresgebieten getroffen werden.