Einfach erklärt
SpaceX hat seine Starfall-Kapsel zum zweiten Mal ins All geschickt. Sie soll Experimente und andere Dinge zur Erde zurückbringen, nachdem sie im All waren. Wie gut das diesmal funktioniert hat und wann die Kapsel zurückkommt, ist bisher nicht bekannt. Der Flug ist ein weiterer Test, aber noch kein Beweis dafür, dass Starfall schon regelmäßig eingesetzt werden kann.
Der zweite Flug nach einem ersten Test
Der Start ist besonders bemerkenswert, weil Starfall damit zum zweiten Mal an einem Raumflug teilgenommen hat. Zum ersten Mal war die Kapsel am 23. Juni dabei: Damals startete sie bei einem Testflug von Florida aus mit einer Falcon 9. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob sich das Fahrzeug kontrolliert durch den Weltraum steuern lässt und anschließend den anspruchsvollen Wiedereintritt in die Erdatmosphäre bewältigen kann. Der Einsatz bei Bandwagon-5 ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung. Die bisher veröffentlichten Angaben verraten allerdings weder den genauen Ablauf des Fluges noch, was nach der Abtrennung mit der Kapsel geschah.
SpaceX beschreibt Starfall als ein Fahrzeug, das den wiederholten und kostengünstigeren Zugang zur Schwerelosigkeit erleichtern soll. Unter diesen Bedingungen lassen sich Materialien und Arbeitsabläufe untersuchen, ohne dass die Schwerkraft sie so beeinflusst wie auf der Erdoberfläche. Das kann wissenschaftliche Experimente ermöglichen oder die Herstellung von Produkten im Orbit. Anschließend könnten die Ergebnisse oder Produkte zur Erde zurückgebracht werden. Das erklärte Ziel bedeutet jedoch nicht, dass sich die Kapsel bereits für all diese Anwendungen einsetzen lässt. Testflüge sollen erst zeigen, wie zuverlässig sie funktioniert, bevor ihr Einsatz ausgeweitet wird.
Eine breite Scheibe für Fracht
SpaceX veröffentlicht nur wenige technische Einzelheiten zu Starfall. Eine wichtige öffentliche Informationsquelle zu Größe und Leistungsfähigkeit ist deshalb ein Umweltgutachten, das die US-Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration im Mai herausgegeben hat. Dem Dokument zufolge ist das Fahrzeug scheibenförmig. Es ist etwa 0,75 Meter hoch und rund 3,1 Meter breit. Seine Gesamtmasse beträgt ungefähr 2100 Kilogramm, also fast 4600 Pfund.
Das Gutachten gibt an, dass die Kapsel bis zu 1000 Kilogramm Fracht zur Erde zurückbringen kann – das entspricht etwa 2200 Pfund. Starfall ist damit mehr als eine kleine Kapsel für ein einzelnes Experiment: Theoretisch kann sie im Rahmen der zulässigen Nutzlast verschiedene Materialien oder Geräte transportieren. Die Zahl bezeichnet allerdings nur die angegebene Höchstlast. Sie sagt weder aus, wie schwer die Fracht auf dem aktuellen Flug war, noch, worum es sich dabei handelte. Eine genaue Liste der Fracht von Starfall liegt nicht vor.
Mit ihrer Scheibenform sieht die Kapsel anders aus als viele vertraute Rückkehrkapseln. Die bislang veröffentlichten Daten reichen aber nicht aus, um den Innenaufbau oder den Hitzeschutz genauer zu beurteilen. Klar ist: Für eine erfolgreiche Mission muss Starfall mehrere anspruchsvolle Phasen bewältigen. Sie muss den Orbit erreichen, dort wie vorgesehen arbeiten und beim schnellen Flug durch die Atmosphäre hohen Belastungen standhalten. Zugleich muss sie die Fracht vor den extremen Bedingungen schützen. Wie ihre Systeme im Einzelnen funktionieren oder wie die Nutzlast im Inneren angeordnet ist, wurde bisher nicht ausführlich beschrieben.
Was geschah bei Bandwagon-5?
Die Falcon 9 startete am 20. Oktober 2026 um 7:04 Uhr Ortszeit an der Cape Canaveral Space Force Station in Florida. Das entsprach 11:04 Uhr GMT. Starfall war eine von insgesamt 32 Nutzlasten an Bord. Der Start gehörte zum Bandwagon-Programm, bei dem mehrere unterschiedliche Nutzlasten gemeinsam in den Orbit gebracht werden. So braucht nicht jedes Gerät und jeder Satellit eine eigene Rakete.
Etwa 57 Minuten nach dem Start begann die Aussetzung der Nutzlasten. Die Abtrennungen erfolgten über einen Zeitraum von ungefähr zwei Stunden. Starfall war nicht die erste Nutzlast, die die Rakete verließ: Sie wurde zuletzt ausgesetzt und trennte sich 2 Stunden und 48 Minuten nach dem Start von der Oberstufe. Dass sie zuletzt abgesetzt wurde, beschreibt lediglich den Zeitpunkt der Trennung. Daraus lässt sich weder ihr anschließender Flugweg noch der Zeitpunkt ihrer Rückkehr zur Erde ableiten.
Die erste Stufe der Falcon 9 kehrte bereits etwa neun Minuten nach dem Start zur Erde zurück. Sie landete auf einem Drohnenschiff im Atlantik, das den Namen „A Shortfall of Gravitas“ trägt. Nach Angaben des Unternehmens war es der 19. Flug genau dieser Boosterstufe. Das veranschaulicht den Aufbau der Mission: Die Rakete verwendet ihre erste Stufe erneut, während sie mehrere Nutzlasten ins All bringt. Eine davon ist ein Fahrzeug, das dafür vorgesehen ist, zur Erde zurückzukehren.
Warum ist es wichtig, Experimente aus dem Orbit zurückzubringen?
Der Nutzen der Schwerelosigkeit besteht nicht nur darin, Dinge schweben zu sehen. Weil die Bedingungen im All anders sind als in Laboren auf der Erde, können Forschende das Verhalten von Materialien oder Herstellungsverfahren auf eine Weise untersuchen, die sich auf unserem Planeten nicht genauso wiederholen lässt. Lässt sich ein Experiment zunächst in den Orbit bringen und sein Ergebnis anschließend zurückholen, kann man es nach dem Flug untersuchen und mit einem Produkt vergleichen, das unter irdischen Bedingungen entstanden ist. Nach dem von SpaceX genannten Zweck soll Starfall solche wissenschaftlichen und industriellen Arbeiten ermöglichen.
Die Rückkehr ist dabei ebenso wichtig wie der Weg in den Orbit. Eine Probe oder ein Produkt ins All zu schicken, erfüllt seinen Zweck nicht vollständig, wenn es sich anschließend nicht in einem geeigneten Zustand bergen und untersuchen lässt. Ein wiederverwendbares Rückkehrfahrzeug muss deshalb beim Eintritt in die Atmosphäre große Veränderungen bei Temperatur und Geschwindigkeit aushalten und die Fracht sicher zur Erdoberfläche bringen. Beim ersten Flug im Juni sollte gezeigt werden, dass sich die Kapsel kontrolliert steuern lässt und den Abstieg übersteht. Der zweite Flug bietet eine weitere Gelegenheit, Starfall im Rahmen eines kommerziellen Starts mit mehreren Nutzlasten einzusetzen.
Dennoch sollte man zwischen einem künftigen Ziel und bereits belegten Ergebnissen unterscheiden. Die verfügbaren Angaben nennen den vorgesehenen Zweck, die Maße, die Masse und die maximale Nutzlast. Außerdem dokumentieren sie den Start und die Abtrennung der Kapsel bei der neuen Mission. Sie enthalten aber keine ausreichenden Informationen über den Inhalt der Fracht oder den Zustand des Fahrzeugs nach einer Rückkehr. Allein die zweite Teilnahme an einem Raumflug belegt daher weder, dass ein regelmäßiger Rücktransport bereits einsatzbereit ist, noch, dass Starfall sämtliche Ziele erreicht hat.
Ein Baustein in einem größeren Startsystem
Bandwagon-5 zeigt, wie sich unterschiedliche Geräte mit einem einzigen Start gemeinsam ins All bringen lassen. Zugleich kann ein Fahrzeug wie Starfall dabei in einer echten Nutzlastsequenz erprobt werden, statt nur bei einem separaten Vorführflug mitzufliegen. Die Falcon 9 transportierte bei dieser Mission 32 Nutzlasten, die nach dem Erreichen des Orbits nacheinander ausgesetzt wurden. Für Starfall bot das einen praktischen Rahmen, um Start und Abtrennung zu erproben. Es zeigt jedoch nicht alles, was nötig ist, damit die Kapsel ihre vollständige Aufgabe erfüllen kann: Besonders entscheidend sind die Rückkehr und der Schutz der mitgeführten Fracht.
Die wenigen öffentlich zugänglichen Informationen machen deutlich, dass sich die Bewertung von Starfall bislang auf eine begrenzte Zahl von Angaben stützt: einen ersten Testflug am 23. Juni, eine zweite Teilnahme am 20. Oktober, technische Daten aus einem Umweltgutachten und eine knappe Beschreibung des angestrebten Zwecks durch SpaceX. Die nächsten wichtigen Fragen lauten deshalb: Wird die Kapsel tatsächlich Fracht zurückbringen? Wie werden die Ergebnisse dokumentiert? Und kann Starfall wiederholt fliegen und dabei ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen? Die vorliegenden Informationen beantworten diese Fragen nicht. Sie zeigen aber, wofür das Fahrzeug nach den Plänen des Unternehmens eingesetzt werden soll.
Was bekannt ist – und was noch offenbleibt
Bislang ist bekannt, dass Starfall ein scheibenförmiges Rückkehrfahrzeug von SpaceX ist. Sie soll Experimente und die Herstellung von Produkten unter Schwerelosigkeit ermöglichen und anschließend Fracht zur Erde zurücktransportieren. Die veröffentlichten Maße betragen ungefähr 0,75 Meter in der Höhe und 3,1 Meter in der Breite. Die Masse liegt bei rund 2100 Kilogramm, die maximale Rückfracht bei 1000 Kilogramm. Außerdem ist bekannt, dass Starfall am 23. Juni ihren ersten Flug absolvierte und am 20. Oktober 2026 zum zweiten Mal bei einem Start dabei war.
Unklar bleiben dagegen die Art der Fracht an Bord beim zweiten Flug und der Zeitpunkt, zu dem die Kapsel zurückkehren soll. Ebenso wenig ist bekannt, ob sie mit ihrer Ladung in einem Zustand auf der Erde ankommen wird, der eine Bergung des Inhalts ermöglicht. Es fehlen außerdem ausreichende Angaben zu den Systemen des Fahrzeugs, zur Zahl der von SpaceX geplanten Flüge und zu den Leistungswerten, anhand derer das Unternehmen einen routinemäßigen Betrieb nachweisen will. Diese offenen Punkte nehmen dem Test nicht seine Bedeutung, begrenzen aber, was sich allein aus der Startmeldung ableiten lässt.
Fazit
SpaceX hat die Starfall-Kapsel bei Bandwagon-5 zum zweiten Mal ins All geschickt, nachdem sie am 23. Juni erstmals bei einem Testflug dabei gewesen war. Am 20. Oktober 2026 startete sie um 7:04 Uhr Ortszeit von Cape Canaveral als eine von 32 Nutzlasten und trennte sich 2 Stunden und 48 Minuten nach dem Start von der Raketenoberstufe. Laut den veröffentlichten Daten ist Starfall rund 3,1 Meter breit, 0,75 Meter hoch und etwa 2100 Kilogramm schwer. Sie soll bis zu 1000 Kilogramm Fracht zur Erde zurückbringen können. Die Kapsel könnte damit Forschung und Herstellung im Orbit erleichtern. Ob sie diese Aufgabe wiederholt und zuverlässig erfüllen kann, hängt jedoch von den Ergebnissen der kommenden Flüge ab – insbesondere davon, ob sie sicher zurückkehrt und ihre Fracht geborgen werden kann. Zu diesen entscheidenden Punkten gibt es für die aktuelle Mission noch keine bestätigten Angaben.