Einfach erklärt
Früher dachten Wissenschaftler, dass Bäume nur dann Kohlendioxid aufnehmen, wenn sie wachsen. Doch neue Erkenntnisse zeigen, dass Bäume weiterhin Kohlendioxid speichern können, auch wenn sie nicht mehr wachsen. Das bedeutet, dass die Fähigkeit von Bäumen, Kohlendioxid zu speichern, komplexer ist als gedacht.
Wachstum und Kohlenspeicherung: Eine komplexe Beziehung
Wissenschaftler gingen lange davon aus, dass mehr Kohlendioxid in der Luft dazu führt, dass Bäume schneller wachsen und mehr Kohlenstoff speichern. Doch eine neue Studie zeigt, dass Bäume Kohlendioxid auch dann noch aufnehmen, wenn ihr Wachstum stagniert. Das bedeutet, dass Wachstum und gespeicherter Kohlenstoff nicht immer direkt miteinander verbunden sind.
Photosynthese: Mehr als nur Wachstum
Bei der Photosynthese wandeln Pflanzen Licht, Kohlendioxid und Wasser in Zucker und Sauerstoff um. Der Kohlenstoff bleibt im Baum, wird aber nicht ausschließlich für das Wachstum verwendet. Ein Teil davon fließt in die Produktion von Blättern und Früchten oder wird vorübergehend gespeichert oder in bodennährende Verbindungen umgewandelt, die dem Baum Schutz bieten.
Saisonale Unterschiede zwischen Wachstum und Photosynthese
Forscher fanden heraus, dass es eine zeitliche Diskrepanz zwischen dem Ende des Baumwachstums und der fortlaufenden Photosynthese gibt, besonders in den USA. Im Osten wächst die Eiche von Mai bis Juli, während die Photosynthese bis Oktober anhält. In Kalifornien setzt sich die Photosynthese nach dem Wachstumsstopp im Sommer fort.
Einfluss auf Klimaprognosen
Die Entdeckung, dass Wachstum und Photosynthese nicht synchron verlaufen, hat erhebliche Auswirkungen auf die Prognosen zur Kohlenstoffspeicherung in Wäldern. Klimamodelle müssen möglicherweise ihre Annahmen über die zukünftige Kohlenstoffspeicherfähigkeit der Wälder überdenken. Erwartete Klimaveränderungen mit Schwankungen zwischen Trockenheit und Feuchtigkeit könnten dieses Phänomen verstärken.
Fazit
Diese Studie zeigt, dass die Beziehung zwischen Photosynthese und Wachstum nicht so einfach ist, wie bisher angenommen. Obwohl Bäume weiterhin Kohlendioxid aufnehmen, erfolgt das Wachstum nicht zwangsläufig parallel dazu. Das bedeutet, dass zukünftige Prognosen zur Kohlenstoffspeicherung in Wäldern angepasst werden müssen, um diese Unterschiede zu berücksichtigen.